Warum ich meine Teezeremonie liebe ?

Weil sie für mich Abwechslung, Unterbrechung oder Beginn eines noch jungen Tages ist. Sie ist so vielseitig und spannend wie es ein dicker Schmöcker sein kein. Sie belebt meine Sinne, füttert meine Zellen, kann sich in die Länge ziehen, sodass ich anschließend der Zeit hinterher laufen muß. Blööd! So war es ja nicht gedacht. Alles begann so ruhig und gelassen, bedacht wurde jede Handbewegung kontrolliert, kein zu heißer Wassertropfen durfte das grüne Gold benässen.  Die News und Highligts wurden ausgespart, die to-do Liste des Tages weggeklickt. Wie ein kleines Kind, habe ich mich nur auf den schönen Augenblick konzentriert. Im Moment der Entscheidung, Tee zu trinken, startet ein eigenes Programm, eines der Langsamkeit, der Freude einen Weg einzuschlagen, der harmonische Bewegungen mit der Bewegung des Geistes miteinschließt. 

ICH LIEBE MEINE TEE’S !!!
Was macht eine Teezeremonie aus? 

Schon das Wort Zeremonie kann für manche langweilig klingen. Sie beinhaltet vorgeschriebene Schritte, Handlungen, Laute oder Worte. Sie symbolisiert einen Ablauf feierlicher Handlungen oder kann ein Ritual zu einem bestimmten Anlass sein. So erkennen wir in der Tauffeier oder in der Messe eine Zeremonie.

Wir können sie lieben aber auch hassen. Sie kann sich über wenige Minuten bis zu einigen Stunden hinziehen. 

Nein, soweit habe ich es mit meiner Teezeremonie noch nicht gebracht!

Eine entscheidende Frage ist, ob ich allein bin, zu zweit oder in einer kleinen Gruppe.

Es spielt natürlich eine Rolle, ob ich den Tee zum Frühstück trinke, oder ob ich am Nachmittag im Freundeskreis ein Tea tasting organisiere und wir neu eingetroffene Tees verkosten.

Tea tasting

Dann die Wahl des Tees.

Ist oft schwierig genug !  Ich muß da mehrere Punkte beachten und schwanke oft zwischen dem einen oder dem anderen Tee:

Anders ausgedrückt kommt es darauf an, welche Tageszeit es gerade ist und welcher Tee ist passend? Ist es gerade am frühen Morgen, trinke ich mittags Tee oder ist es die Zeit des five o’clock tea?  Genieße ich den Tee mit einer kleinen Süßigkeit dazu oder wird er als Delikatesse zu einem Imbiss gereicht. So habe ich in den letzten Monaten versucht, zu den Mahlzeiten, genau gesagt zum Mittagessen ( weil das Abendessen habe ich seid etwa zwei Jahren gestrichen) den Wein mit dem Tee zu ersetzen. Es geht !! Es lohnt sich dies zu probieren! Gib Dir einen Ruck. Es gibt so leckere Tees, die wunderbar zu den Speisen passen. Denken wir nur an den Jasmin-Tee beim Chinesen, der schmeckt doch lecker zum Essen, oder ?

Dann die Frage wie edel darf er sein, d.h. ist es anmaßend  schon morgens einen „Champagner“ unter den Tees zu trinken , oder soll ich mich mit einem klassischen Tee zufrieden geben. 

Ich habe so viele Tees zur Auswahl und spreche dabei nicht von Kräutertees.

Mit Kräutertees bin ich aufgewachsen. Wohltuende und gesundheitsfördernde Tees, die auch in der Phytotherapie zum Einsatz kommen.

Ich aber liebäugle seit fast 10 Jahren zu den Teepflanzen, die zur  Gattung der Kamelien gehören, der Camelia sinensis  und Camelia assamica. Es handelt sich dabei um Teesträucher aber auch alte Teebäume, aus deren Blättern, Knospen und Stengel unterschiedliche Köstlichkeiten per Hand oder heutzutage viel maschinell produziert werden. Ich wähle also zwischen Weiß-Tee, Gelben Tee, Grüntee, Oolong, Dajeerling, Roten Tee oder Pu erh, den Schwarz-Tee trink ich nicht so gern (ich bin ehrlich: schmecken tut er ja, mmmh, wirklich, nur, so kommt mir vor, ist mein Stuhlgang dann nicht mehr so regelmäßig )

Oft werde ich gefragt, wie es zu dieser Wandlung von der „Kräuterhexe“ zur „Tee-Zeremonien-Meisterin“ gekommen ist. 

Ja, das war überhaupt nicht programmiert oder gewollt. Ich habe während meiner Ausbildung zur homöopathisch arbeitenden Heilpraktikerin, also über fast sechs Jahre, von meinen Lehrmeistern verschiedenste Tees kredenzt bekommen. So gab es während der Unterrichtsstunden, vor und nach einer Meditation oder Yoga-Übung regelmäßig Tee, besonders den Grüntee, serviert. Es war ein schleichender Einstieg in eine neue Tee-Welt. Bis ich im Oktober 2019 in Berlin eine Tee-Sommelier Ausbildung besuchte. Dies war dann der ausschlaggebende Feinschliff. Seitdem ist der TEE und die Teezeremonie von meinem Leben nicht mehr wegzudenken.

Ausschlaggebend ist dann auch, die mir zur Verfügung stehende Zeit.

Fällt die Wahl auf einen Gyokuro oder Shincha darf die Zeit keine Rolle mehr spielen. Denn dann entscheidet mein Auge, meine Nase, mein Gaumen, meine Zunge und die Lust wie lange ich das Geschmackserlebnis genießen möchte. Habe ich ausreichend Zeit für diese Genüsse oder muss es schneller gehen, wie beim Kaffeetrinken? Nein, „schnell, schnell, Zeit ist Geld !„ diesen und andere Sprüche will ich nicht mehr hören. 

Soll es die Japanische, die tibetische, die chinesische, die englische oder ostfriesische Teezeremonie sein, oder jene von den Maghreb Staaten? Bei uns in Europa sind die chinesischen und japanischen Teezeremonien die bekanntesten.

Ich liebe den Gong Fu Cha, die Kunst der chinesischen Teezeremonie.

Teezeremonie am Morgen

Sie ist für mich noch einfach und praktikabel. Denn die japanische Teezeremonie, Chanoyu, verlangt nicht nur mehr Zeit, sondern ist für mich so  professionell, dass die Anmut der Zeremonienmeisterin einer Andacht gleich kommt und diese zu beherrschen verlangt weit mehr als nur Tee-Liebhaberin zu sein.

Ich liebe meine Teezeremonien, weil sie für mich Ausdruck meiner inneren Ruhe und Gelassenheit sind.

„Er hat Tee in sich“  So wird in Japan eine Person beschrieben, die es in der Lebenskunst und Lebensklugheit weit gebracht hat. Ich habe noch nicht ausreichend Tee in mir und bin wie mein ganzes Leben schon, auf Wanderschaft zu unbekannten Orten. Deshalb gefällt mir das Gedicht von Rumi, das ich heute zufällig in einem seiner Gedichtbände las, besonders gut.

Rumi ( 1207-1273 )

Hör nicht auf zu gehen, obwohl es keinen Ort zu erreichen gibt.

Versuche nicht, mit Deinem Blick die Entfernung zu durchdringen.

Das ist nichts für Menschen.

Bewege Dich innen.

Aber beweg dich nicht, wie Dich die Angst bewegt.

.. bewege Dich nicht, wie Dich die Angst bewegt .. in der heutigen Zeit noch genau so aktuell wie zu seiner Zeit ! oder ??

bis auf bald MR

Veröffentlicht von mrosatti

Homöopathisch beratende Heilpraktikerin "Ich strebe nach einer homöopathischen Lebensweise und genieße dabei wohlschmeckenden bekömmlichen Tee"

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